„Stadtteil mit Herz“:: Torsten Tegtmeier im Gespräch
Am 13. September 2026 wird in Hannover gewählt. Für die SPD Herrenhausen-Stöcken tritt Torsten Tegtmeier wieder an. Wir haben mit unserem Fraktionsvorsitzenden im Stadtbezirksrat gesprochen: über Ideen, die in der Stadtbahn entstehen, über einen langen Atem in der Kommunalpolitik und darüber, warum ein Kreuz auf dem Stimmzettel nur wenige Minuten dauert.
Ich wollte nicht nur den Kosmos Uni verändern.
Angefangen hat alles an der Uni
Wer wissen will, wie jemand in der Kommunalpolitik landet, bekommt bei Torsten Tegtmeier zuerst ein Schmunzeln. „Als ich mich dafür entschieden habe, gab es in Deutschland noch kein Netflix“, erklärt er. Das war 2011. Tegtmeier trat zum ersten Mal bei einer Kommunalwahl an – damals noch mitten im Studium. An der Universität hatte er sich bereits in verschiedenen Gremien für bessere Studienbedingungen eingesetzt. Doch dabei wollte er es nicht belassen.
Der Stadtbezirksrat war für ihn deshalb die naheliegende nächste Station – dort, wo Entscheidungen unmittelbar vor der eigenen Haustür wirken.
Was sich in Herrenhausen-Stöcken bewegt hat
Seitdem sitzt Torsten Tegtmeier im Stadtbezirksrat, seit 2016 führt er sogar die SPD-Fraktion. In dieser Zeit hat sich im Stadtbezirk einiges getan: Die Grundschule Marienwerder blieb erhalten, das Stadtteilzentrum wurde neu gebaut, der Stöckener Markt umgestaltet und zahlreiche Straßen wurden oder werden saniert. Dazu kommt die Förderung vieler Vereine und Verbände, die das Ehrenamt vor Ort tragen.
Dabei bleibt er ehrlich, was die Rolle eines Stadtbezirksrats angeht: Nicht bei jedem Thema liegt das letzte Wort im Stadtbezirk. „Auch wenn wir nicht immer das Letztentscheidungsrecht haben – viele unserer Ideen und Initiativen konnten umgesetzt werden“, erklärt er. Und manches dauert eben. Genau deshalb möchte er weitermachen. Es liege noch einiges an, was er für den Stadtbezirk erreichen wolle.
Die besten Ideen kommen in der Stadtbahn
Doch wo entstehen bei solch einem Menschen die Ideen? In der Schlange beim Bäcker am Stöckener Markt? Beim Spaziergang durch die Leinemasch? Weder noch, sagt Tegtmeier – und verrät seinen wahren Ideengeber: „Da ich gerne ÖPNV fahre, kommen mir die meisten Ideen in der Stadtbahn.“
Passenderweise ist Mobilität eines seiner Kernthemen. Der Nahverkehr im Stadtbezirk sei insgesamt schon sehr gut aufgestellt. Mit den Stadtbahnlinien 4 und 5 sowie zahlreichen Buslinien gebe es auch in den Randzeiten und am Wochenende ein verlässliches Angebot. Luft nach oben sieht er vor allem in der Schwarzen Heide: hier will er gemeinsam mit der SPD im Stadtrat bei der Region Hannover für bessere Busverbindungen werben.
Beim Radverkehr drückt der Schuh hingegen an anderer Stelle. Bereits 2021 hat der Stadtbezirksrat den Verlauf der Veloroute 12 für Herrenhausen-Stöcken abgestimmt, erklärt Tegtmeier – umgesetzt wurde bislang nichts. Das soll sich mit einem SPD-geführten Rathaus ändern. Außerdem müssten die bestehenden Radwege in einen besseren Zustand gebracht und Querverbindungen zwischen den Velorouten geschaffen werden – denn die verlaufen bislang alle sternförmig auf die Innenstadt zu. Das war insbesondere ein Wunsch von vielen Bürgerinnen und Bürgern.
Doch was bedeutet bürgernahe Politik ganz konkret? Torsten Tegtmeier macht es kurz: Ein offenes Ohr zu haben. Er sei für alle Bürgerinnen und Bürger ansprechbar und jederzeit zu einem Austausch bereit – für neue Ideen genauso wie für Hinweise, wo etwas besser laufen könnte. Und zwar nicht erst, wenn alles entschieden ist, sondern mitten im Entscheidungsprozess.
Demokratie lebt von Beteiligung.
Warum sich der Weg zur Urne lohnt – auch bei schönem Wetter
Bleibt die Frage, die sich am 13. September viele stellen werden: Wahllokal oder doch lieber ein entspannter Tag im Georgengarten? Für Tegtmeier ist das kein Gegensatz.
Wer sich nicht beteilige, verzerre das Ergebnis leider häufig zugunsten extremer Parteien. Und der Aufwand ist überschaubar: Mit der Briefwahl lässt sich die Stimme bequem von zu Hause abgeben, und auch der Besuch im Wahllokal dauert nur wenige Minuten. Zeit für die Picknickdecke bleibt also allemal. Ein Hinweis, der gerade für junge Leute wichtig ist: Bei Kommunalwahlen in Niedersachsen darf man schon ab 16 Jahren wählen und auch Staatsangehörige anderer EU-Länder sind wahlberechtigt.
Und was steht auf dem Plakat?
Zum Schluss die Gretchenfrage: Was würde er auf ein riesiges Plakat mitten in Stöcken schreiben? Die Antwort kommt ohne Zögern: „Stadtteil mit Herz.“
Am 13. September 2026 ist Kommunalwahl. Nutze Deine Stimme – im Wahllokal oder ganz entspannt per Briefwahl.