Maurice Semella wohnt in Stöcken, arbeitet als Social-Media- und PR-Referent bei einem gewerkschaftlichen Bildungsträger und steht am 13. September zum ersten Mal auf dem Stimmzettel. Auf Listenplatz 3 im Wahlbereich Herrenhausen-Stöcken wirbt er für Schulen, die funktionieren und eine Verwaltung, bei der einmal hingehen reicht.

Zum Studium nach Hannover gekommen

2016 kam Maurice Semella für sein Studium in die Region Hannover. 2021 zog es ihn dann nach Stöcken. Geblieben ist er wegen etwas, das viele hier im Stadtteil kennen: „Du bist schnell in der Stadt und trotzdem in zehn Minuten draußen in der Natur. Vor meiner Tür liegt die Leinemasch, ein paar Minuten weiter der Stöckener Markt oder auch die Herrenhäuser Gärten. Diese Verbindung gibt es nicht in jedem Stadtteil und die müssen wir schützen, statt sie zu verplanen.“

Kommunalpolitik ist für ihn deshalb keine abstrakte Sache: „Ich kandidiere nicht für einen Stadtteil auf der Landkarte. Ich kandidiere für die Straße, in der ich wohne, und für die Leute, die ich jeden Tag im Stadtbezirk treffe.“

Ich kandidiere nicht für einen Stadtteil auf der Landkarte. Ich kandidiere für die Straße, in der ich wohne, und für die Leute, die ich jeden Tag im Stadtbezirk treffe.
Maurice Semella

Drei Themen, die wichtig sind

Beruflich hat Maurice täglich mit Bildungsarbeit zu tun. Das prägt sein wichtigstes Thema – und seinen Blick auf die Digitalisierung der Schulen: „Wir haben viel von der Anschaffung von Tablets geredet, bevor teils Glasfaser lag und es verlässlich WLAN in jedem Klassenraum gab. Das ist die falsche Reihenfolge für mich. Erst muss die Infrastruktur da sein, dann die Geräte. Sonst stehen teure Anschaffungen im Schrank und alle sind frustriert.“ Genauso wichtig ist ihm, was nicht auf dem Bildschirm passiert: Ein Kind, das einmal selbst Gemüse und Obst geerntet hat, verstehe mehr über Ernährung als nach drei Erklärvideos, so der junge Kandidierende.

Sein zweites Kernthema ist unspektakulär und betrifft trotzdem jede und jeden: „Wer einen Termin im Bürgeramt braucht, soll ihn bekommen. Wer einen Antrag online stellen will, soll das können und zwar bis zum Ende, nicht bis zum PDF zum Ausdrucken. Und wer lieber persönlich kommt, muss weiterhin jemanden antreffen. Digital heißt nicht, dass der Schalter zumacht.“

„Wie es nicht geht, wissen wir. Zeit zu zeigen, wie es geht.“

Auf dem Stimmzettel ist Maurice Semella ein neues Gesicht. In der Partei ist er das nicht: Seit 2020 ist er SPD-Mitglied und weiß, wie ein Antrag den Weg durchs Rathaus nimmt und wo er hängenbleibt. Auch deshalb ist ihm eine funktionierende Verwaltung ein zentrales Anliegen.

„Wie es nicht geht, wissen wir. Zeit zu zeigen, wie es geht“, erklärt er abschießend, „deshalb bitte ich die Menschen in Herrenhausen-Stöcken um ihre Stimmen. Der Listenplatz oder die Partei entscheiden nicht, wer in den Rat einzieht. Das entscheidet ihr, die Menschen in meiner Nachbarschaft.“