Gedenkveranstaltung KZ Stöcken:: Erinnerung braucht Orte
Internationale Gäste, Schülerinnen und Schüler und eindringliche Worte des ehemaligen Ministerpräsidenten Stephan Weil beim Gedenken für die Opfer des Konzentrationslagers Stöcken.
Heute fand am Gedenkort des ehemaligen Konzentrationslagers Stöcken in Hannover eine bewegende Gedenkveranstaltung statt. Im Mittelpunkt standen die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus und die Würde der Opfer – getragen von Gästen aus Dänemark, engagierten Schülerinnen und Schülern der IGS Stöcken sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft.
Besondere Gäste waren in diesem Jahr Jens Ove Lykkeberg sowie die Nachfahren ehemaliger dänischer Häftlinge des KZ Stöcken, die eigens für diese Veranstaltung nach Hannover gereist waren. Ihre Anwesenheit verlieh dem Gedenken eine persönliche und internationale Dimension, die weit über regionale Geschichte hinausweist.
Führungen mit Herz und Fakten
Hans Hoffmann, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft KZ Stöcken, betonte in seiner Ansprache den besonderen Ansatz der Gedenkarbeit: Es gehe bei den Führungen weniger darum, Fakten zu vermitteln, als vielmehr darum, die Erinnerung an die Gräueltaten lebendig zu halten. Gemeinsam mit Jens Ove Lykkeberg hielt er eine berührende deutsch-dänische Rede, die die grenzüberschreitende Dimension des Erinnerns eindrucksvoll verkörperte.
Stephan Weil: „Schuld würden wir tragen, wenn wir nicht erinnern“
Mit besonderer Eindringlichkeit sprach Stephan Weil, Ministerpräsident a. D. des Landes Niedersachsen, zu den Anwesenden. Er mahnte, dass das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus keine Selbstverständlichkeit sei und dankte ausdrücklich allen, die sich Tag für Tag um diese Erinnerungsarbeit bemühen.
Weils Worte machten dabei eine wichtige Unterscheidung: Die heutige Generation trage keine persönliche Schuld an den Verbrechen des Zweiten Weltkriegs. Schuld aber entstehe dort, wo das Erinnern aufhört und wo aus Geschichte Gleichgültigkeit wird.
Wir tragen nicht die Schuld für diese Verbrechen. Schuld würden wir tragen, wenn wir nicht daran erinnern.
Erinnerungen brauchen Orte
Für die SPD Herrenhausen-Stöcken ist klar: Erinnerungskultur ist keine Selbstverständlichkeit. Sie muss aktiv gestaltet und geschützt werden. Orte des Gedenkens wie der ehemalige Standort des KZ Stöcken sind unverzichtbar, damit Geschichte nicht zur abstrakten Vergangenheit verblasst, sondern als mahnendes Erbe im kollektiven Bewusstsein bleibt.
Deshalb unterstützen wir die wertvolle Arbeit der AG KZ Stöcken und danken allen Ehrenamtlichen, die dieses Gedenken Jahr für Jahr ermöglichen.