Dr. Thela Wernstedt sprach in der Plenarsitzung des Niedersächsischen Landtages zum Thema „Hausärztliche Versorgung“

MdL Dr. Thela Wernstedt
 

In der Plenarsitzung des Niedersächsischen Landtages am 6. April 2017 sprach Dr. Thela Wernstedt für die SPD-Landtagsfraktion in der Debatte zur abschließenden Beratung der beiden Entschließungsanträge zum Thema „Hausärztliche Versorgung“. Der Entschließungsantrag von SPD und Grünen wurde anschließend mehrheitlich angenommen und der Entschließungsantrag der CDU abgelehnt.
Das Redemanuskript von Dr. Thela Wernstedt können Sie nachstehend lesen.

 

Rede der Landtagsabgeordneten Dr. Thela Wernstedt (SPD), 126. Plenarsitzung am 06. April 2017 zu TOP 23:

a)Hausärztliche Versorgung in Niedersachsen stärken

Antrag der Fraktion der CDU – Drs. 17/6405

b) Ärztliche Ausbildung, Anerkennung und Niederlassung für die hausärztliche Versorgung in Niedersachsen sicherstellen -

Antrag der Fraktionen der SPD und Bündnis 90/Die Grünen, Drs. 17/7418

Beschlussempfehlung des Ausschusses für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Migration – Drs. 17/7587

Ausschussempfehlung: Ablehnung von a ); Annahme von b )

-  Abschließende Beratung -

- es gilt das gesprochene Wort –

 

Herr Präsident,

meine Damen und Herren,

Das Thema Hausärzte lässt uns nicht los.

Wir stellen aber auch fest, dass das Feld der medizinischen flächendeckenden Versorgung, der Ausbildung und der Weiterbildung sowie der Delegation von Aufgaben bearbeitet ist und Erfolge sichtbar werden: es gelingt, junge Allgemeinmediziner in ländlichen Regionen anzusiedeln.

Das Land gibt Geld für eine studentische Vergütung im praktischen Jahr beim hausärztlichen Tertial, es gibt ein besonders intensives Praktikumsprogramm Allgemeinmedizin an der Universität Oldenburg.

Der Antrag der CDU-Fraktion hatte sich der Ausbildung zugewendet und der Stärkung bestimmter ärztlicher Versorgungsstrukturen wie MVZs und Delegationsmodellen. Ich will hier nicht zu sehr in die Einzelheiten gehen, weil man dann den roten Faden verliert.

Die CDU hatte im Wesentlichen Ideen aufgegriffen, die zu dem Zeitpunkt bereits von der Gesundheitsministerkonferenz fast endverhandelt waren und inzwischen als Masterplan Medizinstudium umgesetzt werden sollen. Insofern wollte man noch auf den letzten Waggon eines bereits fahrenden Zuges aufspringen.

Delegationsmodelle gibt es bereits, wir haben darüber auch schon am Beginn der Legislaturperiode diskutiert. Und MVZs gibt es auch bereits.

Im Übrigen fallen diese Themen, wir werden es langsam müde es zu wiederholen, nicht in die Zuständigkeit des Landes, sondern sind Teil der Bundesgesetzgebung, was eben das Studium betrifft oder fallen in die Zuständigkeit der Selbstverwaltung. Die Einflussmöglichkeiten einer Landesregierung sind hier einfach beschränkt und es hilft auch nichts, das immer wieder ausblenden zu wollen.

Wir haben uns in unserem Antrag auf Themen der Ausbildung fokussiert, in dem wir die Maßnahmen des Masterplanes begrüßen. Wir fordern die Landesregierung auf, die Beratung für die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse im medizinischen Bereich zu fördern.

Es ist richtig, streng Qualifikationen zu prüfen, denn wir wollen fachlich qualifizierte Ärzte, Pflegende und andere Berufstätige haben, dazu kann dann aber auch gehören, dass man Ausbildungen prüft und Zusatzqualifikationen anbietet neben den notwendigen Sprachkursen.

Sehr wichtig erscheint uns eine Neujustierung der Bedarfsplanung, die die CDU angesprochen hat und die auch schon Thema in unserem Antrag zur hausärztlichen Versorgung 2013 gewesen ist.

In einer Gesellschaft, in der die Bevölkerung älter wird, mehr Gesundheitsleistungen bei geringerer Mobilität braucht, um lange selbständig leben zu können, müssen die Zahlen neu berechnet werden.

Wir nehmen auch das Thema der Digitalisierung in den Blick. Hier besonders Datenbanken, die sicher sind und von Pflegediensten, niedergelassenen Ärzten und Kliniken genutzt werden können und damit Informationsverluste vermeiden helfen.

Auch das eigentlich schon alte Thema der Telemedizin kann eine Renaissance erleben, da mit den heutigen Techniken die Handhabung einfacher wird. Man braucht keine umständliche Fernsehschaltung mehr und Kameras sind ja heute überall verfügbar. Man braucht nur Breitbandversorgung überall.

Also: die Aus- und Weiterbildung so gestalten, dass Studierende früh und nachhaltig mit der Arbeit niedergelassener Hausärzte in Berührung kommen, Beibehaltung der vielen Initiativen zusammen mit den Gesundheitsregionen und der KVN junge Hausärzte aufs Land zu bekommen durch eine Fülle von Maßnahmen.

Das greift inzwischen auch, Interessierte können einen Blick in das niedersächsische Ärzteblatt werfen, wo regelmäßig über erfolgreiche Ansiedlungen von Hausärzten berichtet wird, die KVN ist immer als Player dabei und das ist auch gut so, weil es Aufgabe der KVN ist.

Die Gesundheitsregionen haben viel in ganz Niedersachsen in Bewegung gesetzt, die Kommunen sind dabei, aktiv für ihre Regionen bei jungen Ärzten zu werben und Hilfen bei der Niederlassung anzubieten.

Eine flächendeckende qualitativ hochwertige medizinische Versorgung ist uns als Regierungsfraktionen ein sehr wichtiges Anliegen, das wir zusammen mit der Landesregierung nach Kräften erfolgreich unterstützen.

Wir stimmen dem Punkt zur Bedarfsplanung aus dem CDU-Antrag uneingeschränkt zu, der aber wie ausgeführt nicht neu ist und von uns bereits vor Jahren angesprochen und im Bund zur Sprache gebracht wurde.

Wir haben in einem eigenen Antrag die Schwerpunkte in Richtung Digitalisierung und Anerkennung bereits vorhandener Qualifikationen gesetzt, daher stimmen wir dem CDU-Antrag nicht zu, sondern werben für unseren!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

 
    Gesundheit     Niedersachsen     Sozialstaat
 

 


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